Eigenes Bestellsystem für die Pizzeria: So bleibt die Provision im Betrieb
Eine gut laufende Pizzeria verkauft bei 25 Euro Durchschnittsbon und 40 Bestellungen am Tag rund 30.000 Euro im Monat über den Lieferservice. Läuft das über eine Lieferplattform, bleiben davon je nach Modell 4.000 bis 9.000 Euro im Monat bei der Plattform, nicht bei dir. An dieser Stelle lohnt sich der Gedanke an ein eigenes Bestellsystem. Dieser Ratgeber zeigt dir, was so ein System können muss, wie es in der Praxis aussieht und welche Wege es zum eigenen Bestellshop gibt.
Was Lieferplattformen wirklich kosten
Die großen Lieferportale verlangen, abhängig davon, ob sie nur vermitteln oder auch ausliefern, rund 13 bis 30 Prozent Provision pro Bestellung. Das klingt nach einer normalen Vertriebsgebühr, trifft aber genau die falsche Stelle: Der Prozentsatz wird auf den Umsatz erhoben, nicht auf den Gewinn. Bei den üblichen Rohertragsmargen in der Gastronomie kann eine Bestellung über die Plattform am Ende weniger einbringen als dieselbe Bestellung am Telefon.
Ein Rechenbeispiel, bewusst konservativ gerechnet:
- Monatlicher Lieferumsatz: 25.000 Euro
- Plattform-Provision 20 Prozent: 5.000 Euro pro Monat, also 60.000 Euro im Jahr
- Eigener Bestellshop mit Flatrate: ein fester dreistelliger Monatsbetrag plus die üblichen Zahlungsgebühren
Selbst wenn du über den eigenen Shop zunächst nur die Hälfte deiner Bestellungen abwickelst, bleibt der Unterschied deutlich. Und er wächst mit jedem Stammgast, der beim nächsten Mal direkt bei dir bestellt statt über das Portal.
Dazu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Punkt: Auf der Plattform gehören die Kundendaten nicht dir. Du erfährst nicht, wer wie oft bestellt, du kannst niemanden gezielt zurückholen, und wenn ein Wettbewerber nebenan mehr Werbebudget einsetzt, rutschst du in der Liste nach unten. Der eigene Shop dreht dieses Verhältnis um.
Was ein eigenes Bestellsystem können muss
Ein eigener Bestellshop ist nur dann eine Alternative, wenn er den Bestellweg genauso bequem macht wie die Plattform. Gäste vergleichen nicht deine Kosten, sie vergleichen die Bedienung. Diese Punkte entscheiden:
- Ein echter Konfigurator statt einer starren Artikelliste: Größen, Beläge und größenabhängige Aufpreise müssen abbildbar sein.
- Lieferzonen mit eigenen Regeln: Mindestbestellwert und Liefergebühr je Zone, damit sich die weite Tour auch rechnet.
- Öffnungszeiten und Vorbestellung: Gäste bestellen abends für morgen Mittag vor, außerhalb der Zeiten erscheint ein klarer Hinweis.
- Bestellen ohne Konto: Jeder Pflicht-Login kostet Bestellungen. Wer möchte, legt trotzdem ein Kundenkonto mit mehreren Adressen an.
- Online-Zahlung und Bargeld: Beides muss gehen, sonst verlierst du eine der beiden Gästegruppen.
- Handy zuerst: Der überwiegende Teil der Bestellungen kommt vom Smartphone.
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Viele günstige Baukasten-Shops scheitern schon am größenabhängigen Aufpreis für Extras, und genau der ist bei Pizza der Normalfall.
Die Musterpizzeria: ein fertiges System zum Anschauen
Damit du nicht auf Beschreibungen angewiesen bist, haben wir das komplette System als Bestellsystem für Pizzerien und Lieferdienste aufgebaut und öffentlich zugänglich gemacht. Die Live-Demo der Musterpizzeria ist keine Klickstrecke, sondern das echte System: Du kannst den kompletten Bestellweg durchspielen, ganz ohne Anmeldung.
Drei Dinge fallen dabei sofort auf:
Der Zwei-Schritt-Konfigurator
Erst die Größe wählen (etwa Ø 28 oder 36 cm), dann die Extras. Die Aufpreise passen sich automatisch der gewählten Größe an: Ein Extra auf der großen Pizza kostet eben mehr als auf der kleinen. So steht es auch auf deiner Karte, und so muss es der Shop abbilden.
Der Warenkorb, der mitdenkt
Ein Fortschrittsbalken zeigt, wie viel bis zur Gratis-Lieferung fehlt. „Dazu passt“-Empfehlungen erhöhen den Bon, ohne aufdringlich zu wirken. Und jede Position lässt sich nachträglich in Größe oder Extras ändern, ohne sie neu anzulegen: der häufigste Abbruchgrund im mobilen Warenkorb.
Die App ohne App-Store
Der Shop ist als Progressive Web App gebaut. Deine Gäste legen ihn sich als Icon auf den Homescreen und bestellen künftig mit einem Tipp, ohne Download, ohne App-Store-Gebühren, ohne Update-Zwang.
Lieferzonen, Zeitslots und Zahlung: die Details, an denen es scheitert
Der Unterschied zwischen einem Shop, der läuft, und einem, der Ärger macht, liegt selten in den großen Funktionen. Er liegt in den Details des Alltags:
- Lieferzonen als Radius, Polygon oder PLZ-Liste. Wer nur mit Radius arbeiten kann, liefert irgendwann über einen Fluss oder eine Autobahn hinweg. Ein Polygon bildet dein tatsächliches Liefergebiet ab, je Zone mit eigenem Mindestbestellwert und eigener Gebühr. Abholung geht immer, ganz ohne Minimum.
- Zeitslots statt Chaos. Vorbestellungen für später verteilen die Last aus der Stoßzeit heraus, der Ofen wird planbar.
- Zahlungsarten nebeneinander. Stripe, PayPal und weitere Verfahren sind direkt angebunden, Barzahlung bei Lieferung oder Abholung bleibt möglich. Wer Bargeld ausschließt, verliert genau die Stammgäste, die seit Jahren so bestellen.
- Status-Mails auf Deutsch. Eingegangen, in Zubereitung, unterwegs, abgeschlossen: Jede Statusänderung erzeugt eine Mail. Das ersetzt die Hälfte der Rückrufe „wo bleibt meine Bestellung?“.
- Gutscheine und Rabattcodes. Aktionen legst du selbst an, zeitlich begrenzt oder für Stammgäste.
Küche, Bon und Fahrer: die Ausbaustufen
Ein Bestellshop endet nicht beim „Bestellung abgeschickt“. Erst der Weg in die Küche entscheidet, ob der Betrieb im Abendgeschäft ruhig bleibt. Diese Bausteine bauen wir auf Wunsch dazu, bewusst als Erweiterung gekennzeichnet und nicht Teil der Grundausstattung:
- Küchen-Monitor: Bestellungen erscheinen auf einem Bildschirm in der Küche, Status per Fingertipp, keine Zettel mehr.
- Bondruck: Jede Bestellung landet automatisch als Bon am Thermodrucker, direkt einsatzbereit für Küche oder Theke.
- Lieferer-Benachrichtigung und Tour-Übersicht: Fahrer werden automatisch informiert und sehen ihre Tour im Überblick, auch über mehrere Standorte hinweg.
- Eigene Kampagnen: Newsletter, Aktionen und Stammkunden-Rabatte für Wiederbestellungen ohne Plattform-Gebühr.
Nicht nur Pizza: jede Küche, auch mehrere Standorte
Konfigurator, Lieferzonen und Zahlung funktionieren für jeden Betrieb mit Liefer- oder Abholgeschäft: Asia-Imbiss, Burger, Döner, Sushi, Pommesbude oder indische Küche. Die Musterpizzeria ist nur das Schaufenster, der Unterbau ist küchenunabhängig.
Auch der Mehrbetrieb ist von Haus aus vorgesehen: Besitzer mehrerer Läden oder kleine Ketten verwalten alle Filialen in einer Oberfläche, jede mit eigener Karte, eigenen Lieferzonen und eigenen Öffnungszeiten. In der Praxis betreut eine einzige Instanz aktuell rund 20 Restaurants gleichzeitig.
Zwei Wege zum eigenen Bestellshop
Es gibt zwei Wege, und beide sind deutlich günstiger als die Plattform-Provision:
1. Die eigene Installation
Wir setzen das komplette Bestellsystem exklusiv für deinen Betrieb auf: individuelles Design, eigene Domain, Sonderwünsche direkt aus der Entwicklung. Du zahlst wahlweise eine kleine Provision oder einen festen Monatspreis, und die Konditionen stimmen wir im Gespräch auf deinen Betrieb ab. Der Weg lohnt sich, wenn du eigene Abläufe, Schnittstellen oder ein sehr eigenständiges Design brauchst.
2. Der Komplettservice auf bestelltheke.de
Schneller und günstiger geht es über unsere eigene Plattform bestelltheke.de. Dort buchst du dein Wunsch-Modell direkt online: kleine Provision oder Flatrate ganz ohne Provision, monatlich kündbar, eigene Domain samt Hosting und SSL inklusive. Die komplette Einrichtung übernehmen wir für einmalig 49 Euro: Wir installieren den Shop, nehmen alle Produkte deiner Speisekarte auf und richten Zahlungsarten, Lieferzonen und Öffnungszeiten fertig ein. Du musst im Grunde nichts tun außer Bestellungen annehmen.
Ein Wechsel zwischen beiden Wegen ist jederzeit möglich, du legst dich also nicht für immer fest.
Wie du ohne Plattform an Bestellungen kommst
Die ehrliche Antwort: Die Reichweite der Plattform bekommst du nicht geschenkt, du baust sie dir. Das geht schneller als viele denken, weil deine Gäste dich ja schon kennen:
- Google-Unternehmensprofil mit direktem Bestell-Link: der wichtigste einzelne Hebel für lokale Suchen.
- QR-Code auf Bon, Flyer, Pizzakarton und Tresen: Jede ausgelieferte Bestellung wirbt für die nächste Direktbestellung.
- Ein kleiner Anreiz beim ersten Mal, etwa ein Gutscheincode für die Erstbestellung im eigenen Shop. Einmalig zwei Euro Rabatt sind günstiger als dauerhaft 20 Prozent Provision.
- Bewertungen aktiv einsammeln: Nach der Bestellung wird gezielt um eine Google-Bewertung gebeten, mehr Sichtbarkeit, mehr Vertrauen.
Viele Betriebe fahren anfangs zweigleisig: Plattform für Neukunden, eigener Shop für Stammgäste. Das ist ein völlig legitimer Übergang, und der Anteil verschiebt sich mit der Zeit von selbst.
Rechtssicher in Deutschland betrieben
Ein Bestellshop verarbeitet Adressen, Telefonnummern und Zahlungsdaten. Entsprechend gehört zum System dazu: die Button-Lösung „Zahlungspflichtig bestellen“, Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und korrekte Grundpreisangaben. Fonts und Karten laufen lokal, also ohne Drittanbieter-Tracking. Gehostet wird in Deutschland.
Technisch steht das Ganze auf einer Open-Source-Basis (TastyIgniter auf Laravel): keine Lizenzkosten pro Bestellung, kein Vendor-Lock-in. Die Software gehört dir, nicht einer Plattform, die morgen ihre Konditionen ändern kann.
Fazit
Die Frage ist selten, ob sich ein eigener Bestellshop rechnet. Bei den üblichen Provisionssätzen tut er das bereits bei überschaubarem Liefergeschäft. Die Frage ist eher, ob das System im Alltag genauso bequem ist wie die Plattform. Darauf ist die Musterpizzeria ausgelegt: Konfigurator, Lieferzonen, Zahlung und Bestellverwaltung sind fertig gebaut und live nachprüfbar. Schau dir die Demo in Ruhe an, buche den Komplettservice auf bestelltheke.de, oder sprich uns an, wenn du eine eigene Installation mit Sonderwünschen brauchst.
Häufige Fragen
Was kostet ein eigenes Bestellsystem für die Pizzeria?
Es gibt zwei Wege: eine eigene Installation mit kleiner Provision oder festem Monatspreis, oder den Komplettservice auf bestelltheke.de mit kleiner Provision beziehungsweise Flatrate ganz ohne Provision, monatlich kündbar. Die Einrichtung inklusive Speisekarte, Zahlungsarten und Lieferzonen übernehmen wir für einmalig 49 Euro. In beiden Fällen liegst du deutlich unter den 13–30 % Provision der Lieferplattformen.
Kann ich mein Bestellsystem parallel zu Lieferando betreiben?
Ja, und für viele Betriebe ist genau das der sinnvolle Einstieg: Die Plattform bringt weiterhin Neukunden, der eigene Shop übernimmt nach und nach die Stammgäste. Mit QR-Codes auf dem Bon, einem Bestell-Link im Google-Profil und einem kleinen Erstbesteller-Gutschein verschiebt sich der Anteil meist schneller als erwartet.
Funktioniert das System auch für Döner, Sushi oder Burger?
Ja. Der Konfigurator, die Lieferzonen und die Zahlungsabwicklung sind küchenunabhängig, die Musterpizzeria ist nur das Anschauungsbeispiel. Asia-Imbiss, Burger, Döner, Sushi, Pommesbude oder indische Küche lassen sich genauso abbilden, ebenso mehrere Standorte in einer Oberfläche.
Wie lange dauert es, bis mein Bestellshop online ist?
Über den Komplettservice geht es am schnellsten: Nach der Buchung richten wir Shop, Speisekarte, Zahlungsarten und Lieferzonen ein, in der Regel innerhalb weniger Tage, abhängig davon, wie schnell uns deine Karte und Logo vorliegen. Eine individuelle Installation mit eigenem Design und Sonderwünschen dauert entsprechend länger.